Rundbrief Nr. 1/2001 23. Januar 2001

Dr.C.Burkhardt

Heilstättenweg 2b

03099 Kolkwitz


www.paeon.de

Liebe Pfingstrosenfreundinnen und -freunde,


mit dem heutigen Schreiben möchte ich mich als der neue Leiter der Fachgruppe Päonien der Gesellschaft der Staudenfreunde bei Ihnen vorstellen und sie ganz herzlich zum diesjährigen Treffen zu mir in die schöne Niederlausitz am Rande des Spreewaldes einladen. Aber Eins nach dem Anderen.

Frau Reinhilde Frank hat sich zum Jahresende offiziell aus unserer Fachgruppe verabschiedet und ich möchte die Gelegenheit nutzen und Ihr für die geleistete Arbeit Dank sagen. Ich wünsche Ihr und natürlich auch Ihrem Mann für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Freude an Ihrem schönen Garten, den wir im Rahmen des Pfingstrosentreffens 1999 kennenlernen durften.

Sicher wird es Ihnen auch so gehen: Pflanzenbeschreibungen in Katalogen sagen meist wenig, jedenfalls weniger, als man erhofft. Dann wälzt man alle Bücher, die man hat, und am Ende ist man auch nicht schlauer. Auf meiner Pflanzenjagd habe ich mir alle möglichen Bücher besorgt, die es gab, Kataloge zuschicken lassen – und zum Schluß war das Bestellen doch ein Lottospiel. Und überall werden andere Namen verwendet! Es müßte doch irgend eine Stelle geben wo man alles ausführlicher nachlesen kann! Mit diesem Stoßseufzer fing es an. Schließlich entdeckte ich, was einige Enthusiasten (wie z.B. Walter Good) im Internet so gezaubert hatten. Die Daphnis-Story mit Bildern von all diesen wunderbaren Schöpfungen war der Auslöser. Nirgends gab es so gute und so viele Bilder, wie im Internet.

Irgendwann fing ich an, mich auch für die wissenschaftliche Literatur zu interessieren. Aus der ersten Begeisterung wurde ein eigenes Projekt, bei dem ich alle über Pfingstrosen verfügbare Literatur zusammentrage. Wenn die Urheberrechte es zulassen, im Original mit allem drum und dran, ansonsten zumindest als Quellenangabe. Einen besonderen Reiz gewinnt dieses Projekt durch die Möglichkeit, quasi unbegrenzt viele Bilder und Beschreibungen von Pfingstrosen weltweit zu vernetzen. Ich denke da an eine bebilderte Datenbank, die sich einfach aktuell halten läßt, man könnte aber auch mit aussagekräftigen Bildern Probleme bei der Identifikation einzelner Sorten beseitigen. Dieses Projekt ist erst gerade den Kinderschuhen entwachsen. Inzwischen bin ich mir aber sicher, daß es funktioniert. Sie können sich aber sicher auch vorstellen, daß man das nicht einfach ausdrucken und verschicken kann. Diese Datenbank wird nur im Internet verfügbar sein, es wird nie ein Buch mit so vielen Bildern geben können.

Nun werden einige sagen, das mit dem Internet ist nichts für sie. Auch dem möchte ich Rechnung tragen. Es könnte jährlich eine Liste der Neuerscheinungen auf dem Bücher- und Zeitschriften-markt gedruckt werden, die auf Wunsch zugesandt wird. Auch könnte die verfügbare Literatur in Listenform zusammengestellt werden. Allein in den letzten 5 Jahren sind über eine Handvoll guter Bücher und mehrere Hundert Artikel über Pfingstrosen erschienen. Zum anderen- zur Internetnutzung braucht man doch keinen eigenen Computer! Jeder hat entweder Kinder oder Bekannte, die so etwas haben. Oder?

Mitgliederliste

Eine Mitgliederliste der Gruppe wäre sehr interessant. Auf Nachfrage erhielt ich am 8. Januar von Frau Frank eine Liste mit 92 Adressen. Inwiefern es sich bei diesen Namen um aktive Mitglieder der GdS oder der Pfingstrosengruppe handelt, kann ich nicht sagen. Bei meinen ersten Anrufen in den letzten Wochen habe ich immer wieder gehört, wann und warum sie aus der GdS ausgetreten sind. Das gab mir doch ziemlich zu denken. Lassen Sie uns diesen Neubeginn zu einer Standortbestimmung und Inhaltsdiskussion nutzen! Was sich in dieser Fachgruppe in Zukunft bewegt, hängt vor allem vom Engagement der Mitglieder ab. Ich habe in die Liste der Pfingstrosenfreunde einige neue Adressen von Leuten aufgenommen, die sich bei mir gemeldet haben, bzw. die ich von Pfingstrosentreffen kannte, die aber nicht auf Frau Frank's Liste waren. Weitere Adressen erhielt ich freundlicherweise von Herrn Tetzlaff. Mit ein paar von Ihnen habe ich seitdem gesprochen. Ich hoffe, im Laufe des Jahres noch für weitere Telfonate etc. Zeit zu finden. Da Deutschland ja recht groß geworden ist und sich durch die Wiedervereinigung einige Wege deutlich verlängert haben, ist es kaum vorstellbar, daß sich Mitglieder aus allen Regionen zu den jährlichen Treffen sehen (von wenigen Enthusiasten abgesehen). Bisher waren die Treffen ja eher im Rhein-Main-Gebiet. Das war schon für Norddeutsche zu weit. Durch die Liste könnte man Gleichgesinnte in der Nähe finden und sich mit ihnen besser austauschen. Und von den bisherigen Telefongesprächen mit alten und vor allem neuen Mitgliedern dieser Fachgruppe weiß ich, daß ein solches Bedürfnis besteht. Am einfachsten ist es immer noch, jemand in der Nähe anzurufen oder zu besuchen. Wenn Sie also auf einer solchen Liste geführt werden möchten, wäre ich für eine kurze Mitteilung (am besten telefonisch) dankbar.

Diskussionsforum

Als einfach zu handhabendes Diskussionsforum habe ich bei eGroups eine Mailing-Gruppe unter dem Namen “Pfingstrosen” im Muster der bereits seit 2 Jahren bestehenden englisch-sprachigen “peony”-Liste gegründet. Dieses Forum könnte sehr einfach für Pollen-, Sämlings-, Pflanzentausch oder -Verkauf genutzt werden. Auch könnte man seine Suchwünsche dort platzieren. Das Forum funktioniert automatisch und bisher problemlos. Alle haben die gleichen Rechte.

Mitarbeit!?

Seit meine Adresse im “Staudengarten” stand, sind bereits viele Pfingstrosenfreunde auf mich zugegangen und haben sich nach der Arbeit einer solchen Fachgruppe erkundigt und ihr Interesse an einer aktiven Mitarbeit ausgedrückt. Ich muß ihnen ehrlich gestehen, da ich erst seit kurzer Zeit zur GdS gehöre, sind mir die Gepflogenheiten und Traditionen wenig bekannt. Ich bitte Sie deshalb, mir zu verzeihen, wenn ich hier und da mit einigen Traditionen breche. Scheuen Sie nicht davor zurück, mich zu kritisieren, das ist die wichtigste Hilfe, die ich von Ihnen erhalten kann. Was ich bisher aufgezählt habe, ist nur das, was mich in den letzten Monaten bewegt hat. Ich hoffe, nach dem Treffen im Mai mehr zu wissen, wie die Arbeit dieser Gruppe aussehen soll. Ich bin auf Sie und Ihre Ideen neugierig und hoffe, möglichst viele zu einem Gedankenaustausch (und etwas Entspannung) begrüßen zu können.

Zu meiner Person. Ich wurde 1961 geboren, habe in Zeitz die Schule besucht und 1985 die Medizinische Universität Budapest als Zahnarzt absolviert. Seitdem arbeite ich in diesem Beruf in Cottbus. Ich ließ mich 1991 nieder, wenig später fanden wir ein hübsches Grundstück vor den Toren von Cottbus, wo wir unser Haus bauten, in das wir 1996 einzogen. Seit ich meiner Frau Weihnachten 1995 Rivière's wundervolles Buch geschenkt habe, bin auch ich von den Pfingstrosen infiziert. Ich hatte es beizeiten erworben und bis Weihnachten schon ausgelesen. Je mehr unser Garten gedeiht, desto mehr Freude bereitet er uns. Mittlerweile sind einige zu Beginn gepflanzten Bäume schon richtig gewachsen, die Hecken sehen nicht mehr winzig aus. Nachdem ich mit Strauchpfingstrosen und Wildarten begonnen habe, kaufte ich 1998 ein Menge altmodische duftende Lactifloras hinzu. 2000 habe ich noch über 40 Hybriden und Wildarten gepflanzt. Heute sind in meinem Garten fast 200 Arten und Sorten versammelt, viele Pflanzen sind aber noch jung. Neben den Pfingstrosen beherbergt unser Garten viele duftende Pflanzen, Bodendecker, Winterblüher kaum Koniferen (von Eiben abgesehen) ...